Pressestimmen - GrauSchumacher Piano Duo

THE GUARDIAN

Das GrauSchumacher Piano Duo aus Berlin gab ein faszinierendes Konzert, das mit Bach begann, der von György Kurtág auf elegante und von Busoni auf extravagante Weise (seine kolossale Fantasia contrappuntistica) neu erfunden wurde. Diese Werke wurden auswendig gespielt, eine Meisterleistung an sich, und jede einzelne Stimme des Kontrapunkts klar herausgearbeitet, jede pianistische Verzierung und Stimmkreuzung mit Fantasie hervorgehoben. Die vier Hände von Andreas Grau und Götz Schumacher schienen einem Kopf und einem Herzen zu entstammen.
(18.10.2015, Fiona Maddocks)

HAMBURGER ABENDBLATT

Bernd Richard Deutsch gelang ein Werk voll Energie und Harmonie, (…) eine aufregende Musik voller Ideen, (…) superb gespielt vom GrauSchumacher-Duo und den Schlagzeugern Jesús Porta Varela und Thomas Schwarz.
(28.8.2015, Heike Linde-Lembke zur Uraufführung von ictus II für 2 Klaviere und 2 Schlagzeuger (2015) beim Schleswig-Holstein Musik Festival)

NEUE WÜRTTEMBERGISCHE ZEITUNG

Ihre spielerische Meisterschaft im einzelnen wie auch ihr fast blindlings funktionierendes Zusammenwirken, die frappierende Präzision des Miteinander (...) Das hatte ganz großes Format.
(30.07.2015, Hans Herdeg)

NEUE MUSIKZEITUNG (NMZ)

[Brigitta Muntendorfs] Klavierstück „The key of presence“ ist große Musik für kleine Besetzung: Das Klavierduo GrauSchumacher bediente zwei erweiterte Flügel und ihre mikrofonierten Körper virtuos.
(März 2015, Andreas Kolb)

DIE RHEINPFALZ

Das Duo machte klar, dass auch ein Klavier wie ein Orchester klingen kann, wenn es so meisterlich gespielt wird wie von den beiden. (…)
(24.2.2015, Rainer Köhl)

BERLINER MORGENPOST

Das namhafte GrauSchumacher Piano Duo spielt an zwei Flügeln ohne Schalldeckel die Solo-Parts, die von halsbrecherischer Virtuosität sind: schnelle Läufe, präzise in die Orchester-Passagen hineingeworfen (...).
(23.01.2015, Matthias Nöther)

NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

In „Le temps, mode d'emploi“ (2014) für zwei Klaviere und Live-Elektronik ist viel los – das Grau-Schumacher-Piano-Duo und das Experimentalstudio des SWR haben das fünfzigminütige Werk fulminant uraufgeführt. Die Konstruktion ist von eleganter Strenge, indes wirkt vieles auch spontan, und man wird durch das spektakuläre Spiel der Pianisten und der Elektronik bestens unterhalten. (…) [D]ie so entstehende Zeitpolyfonie wirkt so erfrischend, dass einem die Zeit nie lang wird.
(15.05.2014)

BADISCHE ZEITUNG

Andreas Grau und Götz Schumacher machen die beiden Konzertflügel mit ihrem subtilen, klangfarblich reichen Spiel zu einem einzigen Klangkörper, der in einen sanften Dialog mit dem Orchester tritt.
(20.01.2014, Georg Rudiger)

PASSAUER NEUE PRESSE

Das EW-Konzert des GrauSchumacher Piano-Duos ist bei aller Faszination ein wenig unheimlich: Zwar stehen zwei Flügel im Passauer Rathaussaal und zwei Pianisten – doch wohnt eine Seele in dieser zweier Menschen Brust, ein Atem, eine Empfindung und ein Klang. (…) Als würden zwei Fäden zu einem harmonisch fließenden Stoff ineinandergewebt, greifen die Stimmen ineinander, vollendet ausgewogen ist die Klangbalance, durchsichtig und rein der Anschlag, hochintelligent und empfindsam die melodische Gestaltung.
(30.07.2013, Dorothea Walchshäusl)

MUSIK UND THEATER

Samtener Tastenzauber

Lange hat man so viel Hellhörigkeit und sensiblen Anschlag von einem Klavierduo nicht mehr wahrgenommen wie bei Andreas Grau und Götz Schumacher in Transkriptionen grosser Meister. Fällt schon in Debussys Bearbeitung der Violinkomposition "Introduction et Rondo Capriccioso" von Camille Saint-Saens für zwei Klaviere die Eleganz der Stimmführung in den kantabilen Partien und in spielerischen Figurationen auf, so fasziniert der Nuancenreichtum der beiden Pianisten erst recht in Regers Einrichtung des Vorspiels zu Wagners "Tristan und Isolde"und in Victor Babins Transkription von Rachmaninows "Vocalise". Den Höhepunkt an klanglicher Verfeinerung und Transparenz erreicht das Klavierduo Grau-Schumacher in Debussys raffinierter Eigenbearbeitung des impressionistischen Schlüsselwerkes "Prélude à l'après-midi d'un faune". Wie es die heiklen, pianissimo und "très léger" zu spielenden Tremoli meistert, um einen samtenen Klang von der selben Zartheit wie in der Imitation der betörenden Flötenstimme zu erzeugen,grenzt an ein Tastenwunder. Exemplarisch ist auch die konsequent gesteigerte, rhythmisch präzise Interpretation von Ravels eigener Version des "Boléro" für Klavier zu vier Händen. Diese Viertelstunde Musik ohne motivische Entwicklung scheint kürzer zu sein, so spannend ist ihre differenzierte Gestaltung.
(Juli/August 2012, Walter Labhart)

STUTTGARTER NACHRICHTEN

Rauschende Klangfeste aus Ungarn

Maschinell ratternd und manisch-virtuos ist der Gestus des Doppel-Soloparts des fünfsätzigen Klavierkonzerts (Eötvös). Die beiden Pianisten Andreas Grau und Götz Schumacher agieren präzise wie ein Uhrwerk, mit überragender Geläufigkeit und perfekt miteinander korrespondierend.(...) Eine Sternstunde der Neuen Musik!
(23.6.2012, Verena Grosskreutz)

STUTTGARTER ZEITUNG

Das Stück ist technisch vertrackt, durchzogen von der Freude seines Konstrukteurs am feinmechanisch ausgetüftelten Klangwerk. Wie sich aus dem perkussiven Kernmaterial dieser Musik in aberwitziger Geschwindigkeit, auf das Äußerste virtuos ein Farbklang-Ereignis entwickelt, all das spielten das Klavierduo Grau/Schumacher und das RSO mit dem Komponisten am Pult hochpräzise und darum so packend wie berührend, jenseits hohler Zirsensik.
(23.6.2012, Annette Eckerle)

MÜNSTERSCHE ZEITUNG

Vom Kreuzweg in den Himmel

Zum Osterfest wird gern nach den Sternen gegriffen. Das gilt auch für die Komponisten. Zwei dieser Werke absoluter Grandiosität wurden beim Musica.sacra-Festival im Kleinen Haus aufgeführt. Dort spielte das Klavier-Duo Andreas Grau und Götz Schumacher Franz Liszts "Via Crucis" und die "Visions de I'Amen" von Olivier Messiaen. Liszts Musik wirkte beinahe abstrakt in ihrer schroff chromatischen Harmonik und den Choral-Sphären, die da""Duo mit feinsten Anschlagsnuancen in weltferne Glaubensbezirke entrückte. Interpretatorische Zartheit und Diskretion bewiesen, wie sehr diese Musik in ihrer visionären Unschuld dem Mitgefühl verpflichtet ist. Indem Liszt das spektakuläre Ereignis des Kreuzweges über weite Strecken in große Stille und Andacht taucht, erscheinen intime Momente zwischen Jesus und etwa seiner Mutter wie Zeichen der Zukunft, die Qualen und Strapazen restlos bezwingen. Die Kreuzweg-Bilder von Giovanni Domenico Tiepolo, im Hintergrund zu den einzelnen Stationen projiziert, verliehen der Musik bildhafte Prägnanz. Die "Visions de l'Amen" geben sich dagegen ganz der ekstatischen Dramatik uferloser Glaubensfreude hin. Grau und Schumacher spielten das Werk für zwei Klaviere auswendig und demonstrierten vollkommenes Verständnis für seinen dialogischen Überschwang. Inmitten einer epochalen Schreckenszeit 1943 komponiert, zielt die Musik doch auf sinnlichen Melos und swingende Apotheosen ab. Erklang die Lisztsche Musik als leidenschaftslose Entsagung stürzte sich hier musikalische Spiritualität in einen Taumel lebensbejahender Raserei. Eine Musik vom Heiligsten ohne Heiligenschein - und erhebendes Klavierspiel ohne Erhabenheit. Die Zugabe, der Choral "Wer nur den lieben Gott lässt walten" für Klavier zu vier Händen von Stefan Heucke, beendete im elysischen Barcarolen-Tonfall ein Konzert von schmerzlicher Schönheit.
(11.4.2012, Günter Moseler)

KLEINE ZEITUNG

"Frühlingsopfer" als singuläres Klangereignis

Das zahlreiche Publikum kam (...) auch bei den harten, mitunter an der Schmerzgrenze schrammenden Klängen der Klavierfassung von Igor Strawinskys "Sacre du Printemps", das dem Konzert seinen Titel gab, voll und ganz auf seine Rechnung. Zu Beginn, fein ziseliert und in allen denkbaren Farben schillernd, Claude Debussys "Six épigraphes antiques". Für den großen Jubel dankte man mit einer schier unglaublich orgelhaft klingenden Bach-Bearbeitung.
(4.4.2012, Walther Neumann)

KÖLNISCHE RUNDSCHAU

Als die Walzer-Träume im Krieg zerplatzten

Die Pianisten Andreas Grau und Götz Schumacher beeindruckten in der Philharmonie

Die beiden spielen seit jeher auswendig - eine ideale Voraussetzung für die beispielhafte Ausgewogenheit von Interpretation und Klangbild. (...) Hier (Tschaikowskys "Schwanensee"-Walzer) trumpfte jeder der beiden mit ausgefeilter Technik auf, das Zusammenspiel war auch auf größere Distanz verblüffend nahtlos. (...) Mit Ravels "La Valse" schlug das Duo den Bogen zurück zur (Wiener) Walzer-Thematik. Von den leisen, fast gespenstisch anmutenden Tremoli des Anfangs bis hin zu den Exzessen des Finaltaumels woben Grau/Schumacher ein dichtes Netz, in dem die Schrecken des Ersten Weltkrieges nachzitterten. (...) Ein starker, interessanter Abend!
(30.3.2012, Volker Fries)

KÖLNER STADTANZEIGER

Da wurde der Walzer zerfetzt und zur Apotheose geführt, er zerbrach in herzzerreißende Melancholie und kam als ironisches Apercu. Kurzum: Grau/Schumacher beschrieben im Rahmen einer einzigen musikalischen Form nicht weniger als den Umkreis des menschlichen Lebens überhaupt. (...) Aber es bedarf eben auch des überragenden pianistischen Könnens diese Künstler, um all diese Feinheiten, Brüche und Nostalgien hörbar zu machen - ihrer meisterlichen Stimmendisposition und Linienzeichnung, ihrer Fähigkeit zu quasiorchestraler Steigerung wie zu kammermusikalischem Dialog, ihres augenzwinkernden Bekenntnisses auch zu Kaffeehaus und Salon.
(30.3.2012, MaS)

NEUE MUSIKZEITUNG

Intelligenz-clarté-Musik pur
Das GrauSchumacher Piano-Duo mit "Transcriptions"

Nicht nur zuweilen mosern manche gegen die Bearbeiter, gegen das Bearbeiten an sich. Wo doch Werktreue angesagt ist. Oder? Und das Anpassen von Vorlagen ans Zeitgeistige einzig der Geldschneiderei diene. Das mag zuweilen so sein. Und so mancher Instrumentengruppe mag das ja bei der Auffüllung des Repertoires durchaus und obendrein auch noch behilflich sein. Doch darum geht es der aktuellen Grau Schumacher Piano Duo CD bei NEOS ganz und gar nicht. Die firmiert zwar unter dem Titel "Transcriptions" und bietet auch Transkriptionen von Bach bis Ravel. Doch die intelligent-denkenden-und-fühlenden Musiker haben ein so raffiniertes Programm zusammengestellt, dass da "In-Frage-Stellendes" überhaupt nicht aufkommt. Klar wünscht sich der Wagnerianer an sich beim Tristan-Vorspiel den Schmelz der Orchesteropulenz. Doch für wenige Momente nur. Denn was die zehn Finger aus der Max Regerschen Richard Wagner-Bearbeitung heraus holen, was sie an Transparenz hinein legen ins Darstellerische, das lässt einen neuen Wagner erstehen. Wer Johann Sebastian Bachs Choral aus der Kantate 147 "Jesus bleibet meine Freude" dagegen in der legendären Myra Hess-Transkription für zwei Klaviere sich durch die Gehörgänge mäandrieren lässt, der ist vom ersten Ton weg sowieso schon in einer anderen Klang-und-Geist-Welt. Debussys "Nachmittag eines Fauns" gewinnt in des Komponisten eigener Bearbeitung eine ungeahnte Transparenz und Mozarts Zauberflöten-Ouvertüre von Ferruccio Busoni präsentiert sich in einer dergestalt kristallinen Struktur, dass der ganzen Oper neue Dimensionen zuwachsen könnten. Rachmaninovs Vocalise und Tschaikowskys Schwanensee-Walzer in der Victor Babin Variante lassen sich kongenial denken zum tanzen auf Spitzen und Brettern. Die melodienselige Komposition "Introduction et Rondo capriccioso" aus dem originalen Duktus des Camille Saint-Saens ins neue Umfeld verpflanzt durch Claude Debussy mutiert ins höchste Segment bester und höchst gescheit unterhaltender Musik. Dass Maurice Ravels "Boléro" in dieser Formation funktionieren kann, glaubt dagegen jeder erst, wenn er hört, was da an aberwitzigster clarté abgeht. Ebenfalls ein neues Werk - in der Einrichtung vom Komponisten selbst. Eine CD voller authentischer Musikalität, intelligent und feurig-freudig, ein Muss im Regal.
(März 2012, Wolf Löckle)

REICHENHALLER TAGBLATT

Energisch, aber mit spielerischer Leichtigkeit und beeindruckender Dynamik, bewegen sich die beiden Pianisten, trotz räumlicher Trennung durch die mächtigen Flügel, homogen und nuancenreich durch die anspruchsvolle Partitur des Werkes (Liszt: Concerto pathétique). Beide leisten sich keinerlei Ungenauigkeiten. Eindrucksvoll entsteht so unisono klangliche Schwere und eine Leidenschaft, die musikalisch immer wieder fein und still aufgelöst wird.
(29./30.11.2011)

DER OPERNFREUND

Da spürte man, dass die Neugierde auf musikalische Abenteuer wach geblieben ist. Staunenswert die pianistischen Potenziale und die geistige Vehemenz, mit der das bruchlos aufeinander abgestimmte Duo in den drei Stücken für zwei Klaviere (1976) von Ligeti die Polyrhythmik und Polytempik in den Griff bekam.
(November 2011)

DERNIERES NOUVELLES D’ALSACE

Das deutsche Duo stellt eine Symbiose her, gibt der Rhythmisierung einen Sinn – vor allem in den sehr dichten tänzerischen Passagen – und dem Kontrapunkt Klarheit, bringt die Linien zum Fließen und gestaltet die Melodien anmutig.
(4.10.2011)

PIANO NEWS

Es gelang dem GrauSchumacher Piano Duo eine wunderbare voluminös klingende Klangabstimmung zu kreieren, die vor allem nichts von der leicht und in vielen Interpretationen zu hörenden Überzuckerung der lyrischen Teile von Schuberts Ideen aufwies. Nein, GrauSchumacher bestachen in ihrem Zugang durch Transparenz und auf die Dramatik ausgerichtete Phrasierung.
(September/Oktober 2011)

DAS ORCHESTER

Homogen im Zusammenspiel und mit schwungvollem Zugriff spielen sie Mozart. (…) [Bei Bartóks Konzert für zwei Klaviere, Percussion und Orchester] gefallen die kräftigen Akzente und das runde Klangbild. (…) Das Klavierduo setzt auf Elan und Phrasierungsreichtum.
(September 2011)

LA NUOVA DI VENEZIA

Ihr Part ist alles andere als minimalistisch, sondern sehr dicht und entfesselt sich in langen quasi Angriffen auf die Tastatur, mit einem genau artikulierten Anschlag und einem dichten sich Jagen und Überschneiden der beiden Solisten, den talentierten Andreas Grau und Götz Schumacher.
(26.9.2011)

SCHWEIZER MUSIKZEITUNG

Traumwandlerische Sicherheit des Zusammenspiels und stupende technische Versiertheit bedeuten nur Annäherungen an ihren famosen Abend in Muri. Beseelt ist ihr Spiel in jedem Moment und sie ändern von Werk zu Werk die Interpretationsperspektive. (…) Immer wieder streuen GrauSchumacher Accelerandi, Ritardandi ein, ihre dynamischen Abstufungen scheinen unendlich. Selbst ein an sich doch harmloses Stückchen wie die Variationen über ein französisches Lied e-Moll D 624 gerät so zu einem Höhepunkt. Erst recht aber die Fantasie in f-Moll D 940 (…). Hier begegnet der Großmeister Schubert großer Interpretationskunst.
(Juli/August 2011)

DE STANDAARD

Wie der Titel [Mantra von Karlheinz Stockhausen] vermuten lässt, wollte der Komponist viel mehr erreichen als formale Folgerichtigkeit. Das GrauSchumacher Piano Duo hat dieses Wesentliche perfekt umgesetzt. Sie spielten mit Konzentration und geradezu leidenschaftlichem Enthusiasmus. Nicht nur die Präzision und Sicherheit ihres Zusammenspiels beeindruckte, es war vor allem die Art, wie sie die Sinnlichkeit der Musik auszudrücken vermochten, die erstaunte.
(5.4.2011)

THE GRAMOPHONE

Kraftvoll, eindrucksvoll virtuos (…). Diese Darbietung ist ein Beispiel anhaltender Lebhaftigkeit; die Aufnahme bewundernswert großzügig und klangvoll.
(März 2011)

MUSIK UND THEATER

Glasklar kommt dieser Mozart daher, ein quirliger Bergbach, Liszt fasziniert als orchestrale Inszenierung, und aus Bartóks Konzert spricht schattierte Sensibilität und Brüchigkeit ebenso wie motorische Gespanntheit.
(2.1.2011)

FONO FORUM

Andreas Grau und Götz Schumacher interpretieren diesen Klassiker der Moderne [Bartoks Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug] ungemein frisch, markant und phasenweise kompromisslos abgründig, als wären hier am Vorabend des Zweiten Weltkrieges schon düstere Visionen der Kriegsmaschinerie am Werk.
(Januar 2011)

NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

Der dritte bemerkenswerte Punkt, der das Spiel dieses Klavierduos auszeichnet: die Kraft der Interpretation und die große Bandbreite im Repertoire zwischen Mozart und Stockhausen, zwischen dem intimeren vierhändigen Spiel an einem Instrument und dem weitaus spektakuläreren Spiel an zwei Klavieren. Mit hörbarer Lust werden die Klangfarben ausgekostet, wird dem Wechselspiel von kristallinen, blendend scharfen Staccati und trägen Klangschleiern nachgespürt.
(3.12.2010)

KLAVIER.DE

Beide Pianisten sind musikalisch sensible und technisch souveräne Könner, die den höchsten Ansprüchen der komplexen Kompositionen nichts schuldig bleiben. Darüber hinaus zeichnen sich ihre Interpretationen bei aller Akribie durch eine sensible Zeichnung der rein sinnlichen Seite aus: Musik verstanden als Struktur und Klang.

BADISCHE ZEITUNG

Fabelhaft die Brillanz, mit der sie nicht nur an ihren angestammten Instrumenten agieren, sondern auch die Zimbeln, die Woodblocks, die elektronischen Klangumwandler bedienen, die die Klangsphäre verfärben, wellengleich sich entfernen und wieder heranzoomen lassen. (…). Besser spielen kann man’s nicht.

DIE WELT

Die flügelmächtigen „Bad Boys“ im Rolf-Liebermann-Studio – das „Grauschumacher Piano Duo“ plus Schleiermacher und Joseph Christoph – entfachten einen phänomenalen Tastenwirbel mit hitzigem Notengeblätter. (…) Das Hörvolk war begeistert.
(10.5.2010)

NEUE ZEITSCHRIFT FÜR MUSIK

Verbindungen (...) schaffen vor allem die programmatischen Werktitel und die mal mehr, mal minder ausgeprägten kompositorischen Vorstellungen von extra-terrestrischen Welten und interstellaren Räumen, die das seit fast dreißig Jahren zusammenspielende Pianisten-Paar als kongenial agierende Kosmonauten eindrucksvoll zum Klingen bringt.
(Februar 2010)

DIAPASON

Die beiden Pianisten des GrauSchumacher Piano Duos finden ein sehr gutes Gleichgewicht zwischen der Sorgfalt, die zur Charakterisierung jedes Stückes nötig ist, und einer Klanglichkeit, die bis in den dunstigsten Lichtschein nie eine Klarheit aufgibt, die zur Verständlichkeit des Projekts beiträgt.
(Februar 2010)

SÜDDEUTSCHE ZElTUNG

Eötvös hat die fünf Abschnitte des Konzerts, vom Klavierduo Götz Schumacher und Andreas Grau mit elastischer Spielfreude absolviert, im scheinbar Improvisatorischen rasanter Doppelskalen und rasend gesetzter Pointen angesiedelt, als geistreiche Kommunikation zwischen farbigem Orchester und brillanten Soli, die von den Zuhörern im Nationaltheater entsprechend gefeiert wird.
(11. November 2009)

MANNHEIMER MORGEN

Moderne Tastenakrobatik

(...) Beide Stücke - wie auch "Le Sacre du Printemps" nach der Pause - fanden in den beiden Pianisten Andreas Grau und Götz Schumacher brillante, absolut überragende Interpreten. Ihre Wiedergaben überzeugten durch exemplarische Klarheit, gestalterischen Nachdruck, differenzierte Exposition der kompositorischen Prozesse und extrem gezielte Klanggebung. Ein Kapitel für sich bildete freilich die Virtuosität des Duos, die großartige Tastenakrobatik, die es demonstrierte. Sie kam Strawinskys "archaisch-barbarischer" Ballettmusik sehr zu Gute, ihren stählernen Rhythmen, ihrer hämmernden Motorik, ihren grandiosen Tongemälden: Idealfall einer Interpretation.
(10.10.2009, Adam Halasz)

MUSICAL CRITICIS

GrauSchumacher sind wieder ausgezeichnet und präsentieren ihre herausragenden Fähigkeiten, darunter eine unglaubliche Konzentration und einen einwandfreien Anschlag. Die Mischung aus spielerischem Überschwang und nicht zu bändigender Gewalt, ein generelles Merkmal von Rihms Schaffen, tritt selten klarer zu Tage als in diesem Werk.
(29.9.2009)

NEUE MUSIKZEITUNG

Das Klavierduo GrauSchumacher leistet diese Weltensprünge mit einer faszinierenden Souveränität und Leichtigkeit, dass man vom ersten bis zum letzten Ton gebannt bleibt. Sternenstaub scheint in Kurtágs Stücken aus den Pianos zu rieseln, redundante Verästelungen bei Bartók in die Tiefe zu ziehen, mechanische Simplizität bei Stockhausen zu irritieren, unbekanntes Land bei Crumb erschlossen zu werden und bei Eötvös epische Breite auszuufern. Wie dann aber auch noch die Stücke trotz ihrer Unterschiedlichkeit doch ineinandergreifen und miteinander in Kommunikation treten wollen, gehört dann mit zu den schönsten und glücklichsten Momenten, die Musik erzeugen kann.
(22.9.2009)

MÄRKISCHE ALLGEMEINE

Ein Traum [Mendelssohn-Bartholdys „Sommernachtstraum“], der sich nicht in Worte fassen lässt, der aber als Musik berühren kann. Und den Grau & Schumacher mit vier Händen leidenschaftlich hörbar machten: das freche Geschwirre der Elfen, die melancholische Stimmung der Sehnsucht und den prunkvollen Hochzeitsmarsch, den der Schauspieler [Klaus Maria Brandauer] mit „Schön, immer wieder schön“ kommentierte.
(23.6.2009)

FONO FORUM

Mit diesen klanglich-sublimen wie hinreißend-fulminanten Einspielungen haben sich Andreas Grau und Götz Schumacher endgültig als das führende Klavierduo etabliert, das nur noch mit den legendären Gebrüdern Kontarsky verglichen werden kann – und in solchem Vergleich sogar noch die Interpretationskunst des Brüderpaares verblassen lässt.
(März 2009)

BASELER ZEITUNG

Und so gelingt ihnen die Konzerteröffnung mit unsagbarer Leichtigkeit: Selten hat man Mozarts f-Moll-Fantasie so zart, so verträumt und doch so klar gehört.
(30.1.2009)

KLASSIK.COM

So gehört sein [Peter Eötvös‘] Klavierkonzert ohne Frage zu den spektakulärsten Werken, die für dieses Genre seit Bartók geschrieben wurden. Die enorm komplexe Partitur wurde unter der musikalischen Leitung des Komponisten und dank des brillanten GrauSchumacher Piano Duos glänzend gemeistert. Das Klavier-Duo überzeugte dabei durch eine bestmögliche Synchronität, bei gleichzeitig wild agonischer Kampfeslust.
(15.1.2009)

SÜDWESTPRESSE

Frenetischer Beifall für einen furiosen Auftritt: Im Palmensaal des Bad Uracher Residenzschlosses bot das Klavierduo Andreas Grau und Götz Schumacher ein äußerst attraktives Programm vor ausverkauftem Haus.(...) Illustre Werke zierten den Programmzettel, meist "nur" Bearbeitungen, doch solche des Komponisten selbst oder eines Kollegen, sprich: kongeniale Neuschöpfungen. Die einzige "echte" Neuschöpfung, die jedoch öfter in der späteren Fassung mit Orchester zu hören ist, stand am Anfang: Johann Sebastian Bachs Konzert für zwei Klaviere C-Dur in der Klavierfassung. Vermisste hier jemand die Streicher? Sicher nicht, bei dem Reichtum Bachscher Kunst und Phantasie, den die beiden Pianisten - links Andreas Grau am Bösendorfer, rechts Götz Schumacher am heller timbrierten Bechstein-Flügel - kraftvoll und zielsicher ausbreiteten. Über ihr nahtloses Zusammenspiel, das sogar das Nachhall-Timing mit einbezieht, braucht man keine Worte mehr zu verlieren; erwähnenswert ist aber ihr bewusster Umgang mit Rhythmus und Bewegung. Gerade im dritten, fugierten Satz wurde die rhythmische Themenstruktur so präzise herausgearbeitet, dass das Stimmengeflecht am Ende eine tänzerische Note bekam. Auf ähnliche Weise, indem die Achtelfiguren als Bewegungsimpuls genutzt wurden, erhielt auch Mozarts Ouvertüre zur "Zauberflöte" mehr treibende Kraft als üblich. Dass so eine Bearbeitung für zwei Klaviere mitnichten einen schwachen Ersatz darstellt, wurde auch an Claude Debussys Klavierfassung seines "Prélude à l'après-midi d'un faune" deutlich. Unter Grau/Schumachers Händen war dieses sonst mit laszivem Panflötenspiel assoziierte Orchesterpoem als pianistisches Meisterwerk zu erleben: Hier kam das impressionistische Lichterspiel der perlend und glitzernd arpeggierten Harmonien deutlich brillanter zur Geltung als im Sinfonieorchester. Von Debussy stammt auch die Bearbeitung von Camille Saint-Saëns' "Introduktion und Rondo capriccioso", dessen spanisch bis zigeunerisch inspirierte synkopierte Faktur die beiden Pianisten als akkurat zündende Tanzwut auf Tasten und virtuose Zweier-Jonglage mit den Spielfiguren vorführten. Die treibende Kraft der Rhythmen spielt in Wagners Tristan-Vorspiel keine Rolle - hier ist breites Legatospiel gefragt, zumal in Max Regers Klavierduo-Bearbeitung. Wo die Orchester sehnsüchtig drücken und dehnen, strafften die beiden Pianisten; Wagners üppige Reiz Harmonik kam so nicht recht zur Entfaltung. Ein pianistisch untaugliches Objekt, wie auch Rachmaninows "Vocalise"? Deren tragende Melodie nämlich verschwand teilweise in der Fülle der spätromantischen Harmonien, die in ihrem ebenmäßigen Fluss kaum Ansätze zur Gestaltung bot. Umso mehr weckte Ravels berühmte Orchester-Instrumentationsstudie "Boléro" die Gestaltungslust der beiden Pianisten, die dazu dessen vierhändige Fassung - für ein Klavier - ausgewählt hatten. Die klang, als ob Ravel den "Boléro" fürs Klavier erdacht hätte; jegliche pianistische Raffinesse in Anschlag und Klanggestaltung wurde hier in engstem Kontakt und höchster Präzision zelebriert, um die Werkidee zu veranschaulichen, während der exzessiv hämmernde Rhythmus 15 Minuten lang Kraft, Konzentration und Kondition der Spieler bis an die Grenzen forderte. Eindrucksvoll!
(18.11.2008)

DIE PRESSE

Ihrem guten Ruf alle Ehre machten Andreas Grau und Götz Schumacher, als Klavierduo mit reizvoll-gescheiten Konzerten und CDs von Bach bis zur Gegenwart erfolgreich, im für seine 25 Minuten unglaublich reichhaltigen, anspruchsvollen Konzert für zwei Klaviere von Luciano Berio.
(6.11.2007)

DER STANDARD

Und auch bei den dichten Klangbändern von Berios Concerto für zwei Klaviere und Orchester mit dem pianistischen Spitzenduo Andreas Grau und Götz Schumacher ließ das RSO Wien keine Wünsche offen.
(5.11.2007)

MANNHEIMER MORGEN

Viel präziser, wacher, feinmotorischer ist die Sonate nicht zu spielen. Alles wirkt hier apollinisch hell. GrauSchumacher (...) lassen Diskanttöne manchmal wie Billardkugeln aneinanderklicken, aber niemals -knallen. Reibungsflächen und Geheimnisse kennt dieser Mozart nicht, aber die muss man ohnehin woanders als in der Sonate suchen. Das Andante zieht sich fast schon schubertartig (also himmlisch) in die Länge, sucht nach einem Zustand größter Ruhe. Und das Schluss-Allegro sprüht Esprit.
(16.2.2007)

REUTLINGER GENERALANZEIGER

Nur die ersten paar Takte nach der Orchester-Exposition. Und es ist bereits klar, dass der Solistenpart von Mozarts Konzert für zwei Klaviere KV 365 bei Andreas Grau und Götz Schumacher in besten Händen ist. Das ist Zusammenspiel ganz nahe an der Perfektion. (...) Präzision ohne Starre, Leichtigkeit in strengster Abstimmung. Klangschönheit mit einem Schuss Ironie. Hochkonzentriert, doch nie kopflastig. Dieses Miteinander ist ohne Makel. Agogik, Dynamik, Phrasierung – besser geht’s eigentlich nicht.
(7.2.2007)

SCHWÄBISCHES TAGBLATT

Spannend, unterhaltsam und vergnüglich im besten Sinn, vom Orchester wunderbar elastisch und mit gebührender Leichtigkeit begleitet, geriet dem Klavierduo Andreas Grau/Götz Schumacher Mozarts Es-Dur Konzert für zwei Klaviere. Die beiden Pianisten wurden (...) zu den Publikumslieblingen des Abends - witziger, nuancierter (...) wird das Konzert live kaum zu hören sein. Tosender Applaus, die komplette Zauberflöten-Ouvertüre in Klavierfassung als Zugabe, temperamentvoll, bravourös.
(9.2.2007)

REUTLINGER NACHRICHTEN

Bei Grau/Schumacher stehen nicht die Interpreten im Mittelpunkt der Interpretation, sondern das Stück selbst. Das Ergebnis dieser gar nicht so selbstverständlichen Feststellung ist verblüffend: Man hört die Musik, hört, wie die Musik spielt. (...) Den Beweis, dass solches Musizieren mit Empathie ohne hellhöriges Kommunizieren, ohne subtiles Ineinanderüber- und Ineinanderaufgehen nicht funktioniert, lieferten die Künstler gleich mit. Themen, Floskeln, Pointen, Läufe warfen sich die beiden Solisten gewitzt und geistreich wie Jongleure Bälle zu.
(7.2.2007)

STUTTGARTER NACHRICHTEN

Das Klavierduo Andreas Grau und Götz Schumacher musizierte mit einem faszinierenden Grad der Verinnerlichung, der geistigen Durchdringung und mit singender, fließender Musikalität.
(30.1.2007)

KIELER NACHRICHTEN

Andreas Grau und Götz Schumacher, das wohl innovativste und innigst auf einander eingespielte Klavierduo der Gegenwart.
(28.10.2006)

VAIHINGER KREISZEITUNG

Plötzlich waren Esprit und Musikalität im Spiel, intelligentes Phrasieren und differenzierte Dynamik, Eleganz, federnde Leichtigkeit und temperamentvolle Attacke, klangliche Delikatesse und sorgfältige Balance. Über das perfekte Zusammenspiel der beiden Künstler bis in den kleinsten Triller hinein, die phänomenale manuelle und spirituelle Übereinstimmung braucht man kein Wort mehr zu verlieren.
(26.9.2006)

NEUE WÜRTTEMBERGISCHE ZEITUNG

Ein Klaus Maria Brandauer in komödiantischer Bestform und ein Pianoduo Grau-Schumacher mit Klavierkunst in Vollendung. (...) Schon in der Ouvertüre des 17 Jahre jungen Mendelssohn sowie im folgenden Scherzo mit der berühmten Elfenmusik (flirrende Läufe über mehrere Oktaven) zeigt das Duo seine Qualitäten: größte Präzision des Zusammenspiels sowie ausdifferenzierte Vorträge mit feinstem Klangkolorit. Hinzu treten besonders im Notturno und im berühmten Hochzeitsmarsch klar und mit großer Dynamik formulierte Ausdeutungen, die den romantischen Impetus der Orchesterfassung wie selbstverständlich aufs Klavier übertragen.
(31.7.2006)

HESSISCH/NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE

Einen Schub versetzten Andreas Grau und Götz Schumacher dem Abend mit dem Konzert für zwei Klaviere von Francis Poulenc. (...) Ob es die virtuosen Sequenzen zu Beginn des ersten Satzes waren oder die von balinesischer Gamelanmusik beeinflusste Exotik im weiteren Verlauf - Grau und Schumacher verbanden klangliche Brillanz mit Temperament - vor allem aber stellten sie, gerade im zweiten Satz mit dem aus Mozarts "Krönungskonzert" geklauten Thema, Poulencs loriotartig trockenen Humor heraus.
(29.3.2006)

THE GRAMOPHONE

Wie viele Bedeutungen können in einem einzelnen Wort enthalten sein, besonders wenn dieses Wort 'Amen' ist? Messiaens Ergründung des Wortes für zwei Klaviere - seine Verzückung, Schmerz, Hoffnung, sieben Bedeutungen in toto - behält seine Energie. Besonders in dieser ausgezeichneten, virtuosen und dennoch ernsthaften Interpretation
(April 2006)

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

Beide Werke ergänzen einander als zwei Seiten von religiöser Spiritualität, denen Grau und Schumacher gleichermaßen gerecht werden - bei den "Sieben Worten" mit innerlicher Leuchtkraft und spannungsgeladener Konzentration, bei den sieben "Visions de l'Amen" mit ekstatischen Tänzen aus Farbmixturen und Akkordkaskaden, als ginge es um ein geistliches Bacchanal. Und als sei es noch nicht genug mit all der menschheitserlösenden, schöpfungsfeiernden Transzendenz der beiden Stücke, überwinden die Künstler die Beschränkungen von Tasten und Fingern in Messiaens spieltechnischem Aberwitz mit einer Leichtigkeit, als flögen sie ins Paradies.
(Ellen Kohlhaas am 31.12.05)

DIE ZEIT

Die Hundert-Meter-Sycnchronsprinter

Anders ist die Telepathie des Zusammenspiels wohl auch nicht zu erreichen, denn bei keiner anderen Instrumentenkombination wird jede kleine Verzögerung als »klappern« so offenkundig. Trotzdem reicht Akkuratesse allein nicht, um sich von anderen Klavierduos abzuheben. Grau und Schumacher verfügen über souveräne gestalterische Fähigkeiten - es ist eine Lust, sich in den vibrierenden Kaskaden ihres Amen zu baden - und sie überraschen mit ausgeklügelten Programmdramaturgien. Dem Amen-Zyklus von Messiaen zum Beispiel haben sie Die sieben Worte von Heinrich Schütz vorangestellt (in einer fragmentierenden Umschrift von György Kurtág). Ein erhellender Gegenschnitt: Die gemessen schreitende Melodik des puritanisch-protestantischen Schütz findet in den thematischen Bässen des Katholiken eine Entsprechung.
(8.12.2005)

STUTTGARTER ZEITUNG

Achttausender

Das Amen in der Kirche wirkt heute oft wie eine Floskel, abgespult aus purer Gewohnheit. Wer wieder einmal eine Ahnung von den Dimensionen dieses Wortes bekommen möchte, dem sei Olivier Messiaens "Visions de l’Amen" ans Herz gelegt. Der tief gläubige Komponist spürt in dem 1943 geschriebenen Zyklus für zwei Klaviere der spirituellen Bedeutung des Amen in verschiedenen intensiven Betrachtungen nach. Ein großes, ein erschütternd gewaltiges Werk von einer Spannweite und Ausdrucksmächtigkeit, der nicht jedes Klavierduo gewachsen ist. Wohl aber Andreas Grau und Götz Schumacher, die eine fulminante Einspielung vorlegen. Mit der Sicherheit von Extrembergsteigern bezwingen sie diesen Achttausender der Duo-Literatur, wagen sich durch gefährlich zerklüftete Landschaften, blicken weit über scharfe Grate und in dunkle Tiefen. Nach den vorangestellten "Sieben Worten" von György Kurtág/Heinrich Schütz, die wie mit einer Frage zu enden scheinen, tasten Messiaens suchende Eröffnungsklänge nach Antwort. Urnebel der Schöpfungsgeschichte, tiefes Raunen wie aus dem Bauch der Erde, über mehrere Oktaven aufgetürmte Akkordsäulen, später das funkelnde Glück des Paradieses, die Donnerschläge des Jüngsten Gerichts - nach diesem klangprächtigen Blick vom Gipfel ins Universum sinkt man erschöpft, aber glücklich in den Sessel.
(26.10.2005, Frank Armbruster)

DRS 2

Rhythmisch ganz unabhängig voneinander und im Fluss der Musik doch ganz zusammen: das Klavierduo Andreas Grau und Götz Schumacher, (…).
(23.10.2005)

RBB-KULTURRADIO

Das Klavierduo Andreas Grau & Götz Schumacher steht seit über 20 Jahren für intelligente Programme aus dem Geist der Neuen Musik, einschließlich der Werke von Bach bis Schubert.
(11.10.2005)

HEILBRONNER STIMME

Das Klavierduo Andreas Grau und Götz Schumacher begeisterte beim Kulturring Heilbronn Klavierduos sind immer wieder gern gehörter Bestandteil der Kulturringkonzerte. Zum ersten Mal fanden die derzeit Besten ihrer Generation den Weg nach Heilbronn: Andreas Grau und Götz Schumacher begeisterten in der Harmonie durch mustergültige Präzision und enormes Ausdruckspotenzial. Da wird nicht im Geiste der Altvorderen gerumpelt, selbst in symphonisch ausgreifenden Momenten bestimmt souveräne Anschlagskultur die Klangtransparenz. In der Klavierfassung von Mozarts Ouvertüre zur "Zauberflöte" lenkten Grau und Schumacher ihr Augenmerk mit kernigem Spiel auf die barocken Elemente und kosteten insbesondere das Clementi-Zitat aus. Mit erhabener Darstellung des Choralthemas begannen die Haydn-Variationen von Brahms, danach entfaltete das Duo symphonische Variationskunst in kontrastreichem Wechselspiel. So nahm der vergrübelte Moll-Charakter von Variation IV in seiner Dichte fast schon den Geist der 4. Symphonie vorweg, sanft wiegende Leichtigkeit bestach im Grazioso der Variation VII. Spannungsreich steigerte das Duo die Final-Chaconne durch überbordende Motivbögen. In Debussys "Prélude à l'après-midi d'un faune" vermied Grau eingangs allzu laszive Überdehnung der bekannten Flötenarabeske. Damit war der Pfad für straffe Tempi vorgegeben, doch blieb dem Duo genug Raum für schwelgerisches Ausspielen impressionistischer Farbwerte. Provokant hüpften kecke Nachmittags-Nymphen bildkräftig über die Tasten. Angeblich "ohne große Lust" schrieb Milhaud die "Scaramouche" für zwei Klaviere, mit umso mehr Spielfreude stürzten sich Grau und Schumacher auf die lärmenden Rhythmen, verknüpften Elemente von Siciliano und Blues mit Eleganz und befeuerten schließlich die sambafreudige "Brazileira" mit motorischem Drive. Seine in allen Schattierungen von elegant bis enervierend vorhandene Präzision demonstrierte das Duo auf fulminante Weise in Auszügen aus Bartóks "Mikrokosmos"-Bänden. Ob vertrackter "Bulgarischer Rhythmus", virtuos aufgesetzte "Akkord- und Trillerstudie", "Chromatische Invention" oder gehämmertes "Ostinato" - stets blieb die Komplexität im fröhlichen Duktus begreifbar. Ein österreichischer Dirigent antwortete auf die Frage, wie man Wiener Walzer dirigiere, mit "One, two and maybe three". Dies beherzigten Grau und Schumacher in Ravels Walzer-Paraphrase "La Valse", die 1920 vom Komponisten selbst für zwei Klaviere eingerichtet wurde. Die Walzerfragmente ballten sich dynamisch flexibel zu immer neuen Konstellationen zusammen. Dem frenetisch bejubelten Schlussstück folgten zwei Satie-Zugaben.
(28.3.2005)

REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Strawinsky zum Geburtstag

Götz Schumacher und Andreas Grau packen die große Welt des Orchesters in zwei Klaviere (...) Schlank und fein und doch vor Energie vibrierend pochte der Puls, der sich durch Mozarts "Zauberflöten"-Ouvertüre hindurch zieht. Ein Firmament des Feierlichen wölbte sich auf in den Haydn-Variationen von Johannes Brahms. Betörende Licht-und Schatten-Spiele bezirzten die Sinne der Zuhörer in Claude Debussys "Prélude à l'après-midi d'un faune", den Nachmittagsträumen eines Fauns. Und in Igor Strawinskys Ballettmusik "Le Sacre du Printemps", der eine blutrünstige heidnische Opferzeremonie zugrunde liegt, wurde der Flügel zur Rhythmus-Maschine. Man wusste nicht, wen man nun mehr bewundern sollte, den Komponisten oder die beiden Interpreten - jedenfalls drangen aus dem Flügel, dem gutbürgerlichen Musik-Gerät schlechthin, Klänge, Töne, Geräusche von brachialer Wucht, die jede Erinnerung an die gutbürgerliche Welt abgestreift hatten. Klar und deutlich erlebte man, wie sich bei Mozart melodische Figuren aus dem pochenden Grundpuls lösten, wie sich bei Brahms der Charakter von Variation zu Variation veränderte, wie bei Debussy die Motive aus dem traumartigen harmonischen Gewoge aufblitzten wie Lichtreflexe auf einer Wasseroberfläche. Selbst die barbarischen Ostinati Strawinskys kamen pianistisch kultiviert in dem Sinn, dass die rhythmischen Schichten jederzeit zu trennen waren: die donnernden Bass-Schläge, das erbarmungslose Rotieren der Mittellage, das percussive Klickern am äußersten Rand der Tastatur. Zwar fehlte den Stücken im Vergleich mit den Orchesterversionen die klangfarbliche Tiefenschärfe und die Spannweite des Volumens. Sie kamen konzentrierter, kompakter daher, aber eben auch unmittelbarer und direkter. Normalerweise erlebt man diese Stücke als Gemeinschaftsleistung riesiger Kollektive. Hier erklangen sie als ganz persönliche Vision zweier Künstler, von ihnen selbst unmittelbar und im direkten Zugriff auf die Tastatur umgesetzt. Das machte die Faszination dieses Klavierabends aus.
(11.12.2003)

KÖLNER STADTANZEIGER

Grau und Schumacher widmeten sich dem Werk (Busoni Fantasia contrappuntistica) mit hohem Einsatz und schier unglaublicher Überlegenheit. So wurde das Verstiegene fasslich, das Monumentale geradezu elegant. Man wäre geneigt, diese Interpretation ein Wunder zu nennen, müsste man nicht vermuten, dass dieses famose Duo sie jederzeit auf gleichem Niveau wiederholen könnte.
(28.11.2003, Stefan Rütter)

STUTTGARTER ZEITUNG

Unvermittelt bricht der Themeneinsatz ab: Den Kontrapunkt XIX aus seiner Kunst der Fuge BWV 1080 konnte Johann Sebastian Bach nicht mehr vollenden. Über der Arbeit an seinem Opus magnum starb Bach. Das Überraschungsmoment funktionierte im Konzert des Klavierduos Andreas Grau und Götz Schumacher am Sonntagabend bestens. Grau und Schumacher lieferten in ihrem hochklassigen Konzert in der Reihe "Meisterpianisten" der SKS Russ im Beethovensaal die Fortsetzung gleich mit. Ferruccio Busonis Fantasia contrappuntistica BV 256 b ist die Fortschreibung des barocken Fugenwerks mit den Möglichkeiten des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Im Spiel der beiden Pianisten wurde die Verbindung von klassizistischem Formerbe, romantischen Kantilenen und neuer, freier Harmonik zum klangsinnlichen Kosmos. Grau und Schumacher tauchten in auratische Pianosphären ab, ließen den Fuga-I-Abschnitt orchestral aufrauschen und stauten über die immer drängender werdende Motorik die Energie in den kontrapunktischen Abschnitten auf. Das in sich ruhende Intermezzo wirkte in der Nachbetrachtung wie ein kurzes Atemholen: Zur Stretta hin stiegen die rein manuellen Anforderungen. Kraftvoll zupackend fächerte das Klavierduo den Klang immer weiter auf zum krönenden Schlussakkord. Der stand am Ende eines spannungsvollen Abends, der mit Spielwitz, knackiger Artikulation und einem gegen den Strich gebürsteten Konzert für zwei Klaviere C-Dur BWV 1061 von Johann Sebastian Bach begonnen hatte. Bewundernswert ist die Präzision von Andreas Grau und Götz Schumacher, die Ebenmäßigkeit der Läufe und Triller, die prägnante Artikulation selbst in hohem Tempo.
(27.11.2003, Markus Dippold)

BONNER GENERAL-ANZEIGER

Eines Sinnes und eines Atems war das, was Grau und Schumacher ablieferten, beseelt von einer unerhörten Harmonie, ja geradezu einer subtilen Intimität, die Lust und Glück gemeinsamen Musizierens unmittelbar erfahrbar machte.
(7.7.2003)

KÖLNER STADTANZEIGER

Wie zwei Schachstrategen saßen sich die beiden Interpreten an ihren Flügeln gegenüber, auf der Suche nach der totalen ästhetischen Kontrolle - ihrer selbst, des Instruments und des Partners. In perfekter Synchronisation und geistigem Gleichklang.
(7.7.2003)

BONNER GENERAL-ANZEIGER

Spannungsreich ging es zu beim Konzert des Klavierduos Andreas Grau und Götz Schumacher im Kammermusiksaal. War der erste Teil mit Werken von Brahms und Hindemith einer - zum Teil gebrochenen - Walzerseligkeit vorbehalten, so fackelten die beiden im zweiten Teil regelrechte Rhythmusorgien ab. Hier stand Strawinskys "Sacre du Printemps" in einer Bearbeitung des Komponisten für Klavier vierhändig auf dem Programm. Obwohl die Schilderungen des heidnischen Russland in der Klavierfassung trotz aller Künste des Klavierduos deutlich monochromer als in der Orchesterversion ausfielen, geriet das Stück zu einem faszinierenden Strudel. Grau und Schumacher leisteten nicht nur in konditioneller Hinsicht Außerordentliches, denn was ihnen in dieser halben Stunde abverlangt wurde, hatte außer einer grandiosen musikalischen auch eine durchaus sportliche Seite. Beiden war das Vergnügen bei der Erklimmung von Strawinskys rituellen Gipfeln allerdings nicht nur anzuhören, sondern auch anzusehen.
(7.3.2003)

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

In Regers komplexeren Beethoven-Variationen, die höchste Anforderungen an die Interpreten stellen, gelang dem Duo Grau/Schumacher dann eine wohltuend transparente Wiedergabe. Nicht zuletzt in der Grazioso-Variation, die schon an dritter Stelle steht, zerstäubten sich im dolcissimo die schweren Konzertflügel zu hauchzarten Gebilden. Angesichts der grifftechnischen Souveränität der Pianisten gefährdete die Vielstimmigkeit niemals die übergeordnete Linearität. Auch in der abschließenden Fuge demonstrierten die Musiker ihr immenses Können. Kompliment.
(FAZ vom 12.04.01, Albrecht Dümling)

NEUE MUSIKZEITUNG

"Es ist wirklich staunenswert,was in den letzten Jahren an Bearbeitungen, Transkriptionen und Paraphrasen bekannter (und auch weniger vertrauter!) Werke für Klavier zu vier Händen, beziehungsweise für zwei Klaviere in den Katalog gekommen ist. "Wer hätte selbst in sogenannten Klavierfachkreisen mit diskografischen Spezialneigungen noch vor zwanzig Jahren damit gerechnet, einmal Hindemiths Sinfonie ,Mathis der Maler' erwerben zu können - und noch dazu in einer hochseriösen Version unter dem CD-literarischen Schutzschirm des akademischen Wergo-Katalogs. Andreas Grau und Götz Schumacher - beide etwa Mitte 30 und seit 15 Jahren als Duo unterwegs - verstehen es, die reiche Farbpalette, das weltliche und sakrale Pathos dieser drei Sätze gleichsam ungeschminkt abzubilden, ohne dabei allzu sehr im Abstrakten zu sondieren. Jedem Hindemith-Skeptiker sei diese Aufnahme ans zögernd klopfende Herz gelegt, denn mit den zwei originalen Sonaten und den unterhaltsamen Tanzstücken reflektieren Grau und Schumacher jene Ausdrucksextreme zwischen unbestechlicher, keineswegs trockener Handwerklichkeit und übermütiger, ohrenzwinkernder Unterhaltung, die Hindemith als Komponisten zum Anfassen bestätigen."
(Peter Cossé)

PRISMA BAYERN 4

"Das hervorragende Klavierduo Andreas Grau und Götz Schumacher brachte nun bei col legno eine CD heraus, die Musik von Franz Schubert mit den drei 1976 geschriebenen Stücken für zwei Klaviere von Ligeti erhellend kombiniert.(...) Solche aus Tradition und Moderne gebauten Programme sind derzeit zwar keine Seltenheit, dennoch führen sie immer wieder zu erstaunlichen Hörresultaten.(...) Die nervig spannende, subtil abgeschmeckte Interpretation durch Grau und Schumacher, die eine neue Generation des Klavierduos nachhaltig repräsentieren, hilft dabei maßgeblich mit."

CRESCENDO

"Grau und Schumacher fallen in der Masse der Klavierduos durch die Akzentuierung eines anderen Repertoires, nämlich des 20. Jahrhunderts, sowie durch charakteristische und persönliche Interpretationen auf. So ist auch diese CD schlicht beispielhaft zu nennen. Die Musiker beherrschen sowohl ihr Instrument als auch ihre Stücke souverän und die Präzision ihres Spiels und die Nuanciertheit von Dynamik und Artikulation sind atemberaubend. Nicht zuletzt wissen Grau und Schumacher auch durch den Elan ihres Spiels für die Sinnfälligkeit ihrer Interpretationen einzunehmen. Zudem kommt ihnen zugute, dass es sich bei Hindemiths Klavierduos um eine wirklich sinnvolle Repertoireergänzung handelt." Prädikat: Ausgezeichnet!
(4/00)

NEUE MUSIKZEITUNG

"Ligetis "Drei Stücke" umklammern Schuberts Fantasie in f-moll und die B-dur Sonate D 617. Das gelingt dem exzellenten Duo Grau/Schumacher so souverän sebstverständlich, dass Trennlinien verschwimmen. Ein Hörerlebnis der "dritten Art". Großartig!
(9/99)

NEUE MUSIKZEITUNG

"Wenn Grau/Schumacher derzeit etwas vorlegen, dann werden höchste Erwartungen ohne weiteres eingelöst. Hindemith sowohl musikantisch als auch mit erstaunlichen strukturellen Härten. Souverän bis ins Letzte!
(10/99)

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

Der meisterhaft gelungene Höhepunkt des Klavierabends waren die "Monologe" von Bernd Alois Zimmermann: Mit rücksichtslosem Einsatz von Finger, Hand, Faust und Arm bei insgesamt respektabler Ausführung wurden die Zitate und Formanleihen zur zeitaufhebenden Begegnung der Epochen. Das Zusammenspiel in den außerordentlich virtuos angelegten Passagen war ebenso perfekt wie die Gestaltung der meditativen Teile, in denen der Bach-Choral "Wachet auf, ruft uns die Stimme" BWV 140 aufscheint. Die vehement gefeierten Künstler spielten als Zugabe den Bach Choral "Wohl mir, daß ich Jesu habe" aus der Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" BWV l47.
(FAZ vom 21.01.98)